Nach Snowden-Interview: Hier hat die NSA ihre Finger drin

Nach Snowden-Interview: Hier hat die NSA ihre Finger drin

Redaktion Kopp Online 28.01.2014

Das Snowden-Interview der ARD wurde – vermutlich – absichtlich spät gesendet. Am Sonntagabend, als kaum noch jemand zusehen konnte. Denn ansonsten wäre der Widerhall in der Öffentlichkeit vermutlich größer gewesen. Snowden unterstellt dem US-Geheimdienst NSA auch, dass er Wirtschaftsspionage betrieben hat. Dies geht über alles hinaus, was bis dato bekannt wurde.

Edward Snowden gerät langsam, aber sicher unter Druck. Sein Asyl in Russland scheint im August auszulaufen (in einem totalitären Staat ließe sich dies jedoch jederzeit verlängern), die USA zeigen sich weitgehend unversöhnlich mit dem Landesverräter. Der hat jetzt in dem ARD-Interview vom Sonntag (26.01.2014) weiter ausgepackt.

Snowden-Interview: NSA späht weiter aus

Edward Snowden packt natürlich nur scheibchenweise aus. Er wird für die Öffentlichkeit uninteressant, sobald er keine Informationen mehr hat. Deshalb dürfte auch in den kommenden Monaten noch so manche »Überraschung« auf uns warten.

Nur: Jetzt wirft er dem US-Geheimdienst NSA auch noch Wirtschaftsspionage vor. Die Nachrichten werden vermutlich nicht direkt an US-Firmen gehen, vermitteln jedoch ein gutes Bild über den Weltmarkt und dortige Aktivitäten. Dies scheint in Deutschland kaum jemanden so zu kümmern, wie etwa chinesische Wirtschaftsspionage es könnte.

Doch vergessen wir bei all den Aufklärungen nicht, was bislang schon ans Tageslicht kam. Der Spiegel listete kürzlich viele Vorgänge auf:

  • Die NSA späht Telefonverbindungen von US-Bürgern aus – und im Umfeld von US-Botschaften auch von der Politik, also Regierungsvertretern wie Angela Merkel.
  • Die NSA überwacht den Datenfluss bei Kreditkartengeschäften und sonstigen Banküberweisungen. Dabei greift der Geheimdienst auf die Daten des europaweiten Verbundes Swift zurück.
  • Die NSA nutzt über so genannte Trojaner den Zugang zu etlichen Tausend Computern und Servern. Trojaner sind in der Lage, den Datenzu- und  abfluss auf Rechnern zu steuern und gegebenenfalls auch unerwünschte Programme zu installieren.
  • Die NSA kauft Sicherheitslücken auf.
  • Die NSA sabotierte wichtige Verschlüsselungsverfahren.
  • Die USA selbst hat einige Anbieter von – mutmaßlich sicheren – Verschlüsselungsverfahren vom Markt genommen, wohl auch zur Freude der NSA.
  • Die NSA kann die Nutzerdaten bei Google, Facebook oder Apple überwachen.

Sie werden sich nicht gegen alles schützen können. Verharmloser verweisen darauf, dass private Daten für die NSA uninteressant sind. Dabei geht es allerdings um so genannte Daten-Schleppnetze. Die NSA wird, wie auch viele andere Geheimdienste, beliebig Daten sammeln, um Zufallsfunde zu machen, um Muster zu erkennen, um Daten zu speichern, mit denen sie heute noch nichts anfangen kann. Die beliebige Schleppnetztätigkeit ist die eigentliche Gefahr.

Schützen Sie sich – so weit wie möglich. Als privater Nutzer ist es viel zu umständlich, stundenlang Handbücher zu wälzen. Die Sprache der Techniker müssen Sie auch nicht beherrschen. Thorsten Petrowski zeigt in seinem unkomplizierten Buch Sicherheit im Internet für alle, wie es geht. Einfach zu verstehen, direkt umsetzbar, mit Zugang zu kostenfreier Software.

viaNach Snowden-Interview: Hier hat die NSA ihre Finger drin – Kopp Online.

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