Der Aufstieg der Maschinen

Der Aufstieg der Maschinen: Google-Roboter, Kurzweils KI und warum selbst-bewusste Maschinen unweigerlich danach trachten werden, die Menschheit zu vernichten

Mike Adams 01.03.2014

In dem bekannten Techno-Thriller DAEMON von Daniel Suarez übernehmen ein paar clevere Computer-Skripte Konzerne, Volkswirtschaften und ganze Regierungen. Außerdem aktivieren und kontrollieren KI-Programme Fahrzeuge, Gebäude und wichtige Infrastruktur, sie sind jedes Mal cleverer als das FBI, die CIA und sogar die NSA.Das Buch ist mehr als lesenswert, es ist offensichtlich von einem sehr versierten Experten der Informationstechnologie geschrieben. Aber was wäre, wenn es gar keine Science-Fiction ist? (mit Videos)

Anfang der Woche sagte Ray Kurzweil, der bekannte Experte für Künstliche Intelligenz (KI), voraus, dass Roboter bis 2029 »schlauer als Menschen« sein werden. Das könnte vielleicht schon viel früher der Fall sein, dank der weit verbreiteten Trinkwasser-Fluoridierung (von der selbst Harvard-Fachleute sagen, sie führe zu niedrigerem IQ), der Belastung der Nahrungskette mit Schwermetallen und natürlich der IQ-tötenden Sendungen von MSNBC und CNN.

So spinnert Kurzweil wegen seiner Vorstellungen über eine »Verschmelzung von Mensch und Maschinen« und über das Hochladen des eigenen Geistes auf einen Supercomputer auch erscheinen mag, er ist niemand, der leichtfertig abgetan werden kann, nicht einmal von denen, die ihm mit größter Skepsis begegnen. Er ist offensichtlich sehr intelligent und er hat in vielem in der Geschichte der technischen Errungenschaften Recht. Wenn Kurzweil öffentlich vorhersagt, dass Roboter 2029 besser denken können werden als Menschen, dann sollten wir Acht geben. »2029 werden Computer alles tun können, was Menschen tun. Nur besser«, berichtet die Londoner Zeitung The Guardian in einem Interview mit Kurzweil.

Google übernimmt modernste Militär-Robotertechnik und innovative Spezialisten für Künstliche Intelligenz

Kurzweil ist führender Mitarbeiter bei Google, demselben Unternehmen, das sich derzeit in einem Kaufrausch für Robotertechnik befindet und für Milliarden von Dollar Top-Hersteller für Militärroboter aufkauft.

Zum Beispiel hat Google kürzlich die Firma Boston Dynamics aufgekauft, deren unheimliche Terminator-artige Roboter bereits über Algorithmen verfügen, die sie »wie Menschen laufen« lassen und die höflich als Spiele nach dem Motto »Folge dem Anführer« beschrieben werden. Den Prototyp des humanoiden Militärroboters Petman können Sie in diesem Video sehen:

Diese Roboter werden dafür geplant, zukünftig unsere Kriege zu führen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie zu mobilen Plattformen für Waffensysteme werden. Der »Terminator« ist nicht so weit entfernt, wie Sie vielleicht denken.

Aber was liefert den Gehirnen dieser Waffen schleudernden Militärrobotern die benötigte Energie?Google hat gerade auch mehrere Hundert Millionen Dollar für die Übernahme der UnternehmenDeep Mind, DNNresearch und eine lange Liste weiterer Firmen bezahlt. Google ist eindeutig dabei, die nötige Technologie für den Einsatz einer buchstäblichen Armee hochintelligenter, bewaffneter, »selbst-bewusster« und semi-mobiler Maschinen zusammenzubringen. Deren Einsatzmöglichkeiten sind natürlich unglaublich vielfältig. Sie könnten als Haushaltsroboter dienen oder auch als Terminator-artige Soldaten im Feld eingesetzt werden. Es gibt keine Grenzen der Anwendung, und das Unternehmen, das diese Technologie besitzt, wird ohne jede Frage unseren Planeten beherrschen. Wenn Kurzweil Recht hat, ist der Beginn nur noch 15 Jahre entfernt, es drängt sich die Frage auf: Was würde eine neue Gattung intelligenter Maschinen mit der Menschheit anstellen?

Warum intelligente Maschinen unweigerlich danach trachten werden, die Menschheit zu vernichten

Daniel Suarez‘ Buch DAEMON beantwortet diese Frage detailliert und voller Action: Die Maschinen werden danach trachten, über die Menschheit zu herrschen und die Kontrolle über die Rohstoffe der Welt zu übernehmen, um die Menschheit »vor sich selbst zu retten«.

Die Argumentation ist übrigens gar nicht unbedingt falsch. Die Menschheit ist eine selbstzerstörerische Gattung. In vielerlei Hinsicht haben wir unsere Zivilisation bereits auf den Weg der Selbstvernichtung gebracht, durch gefährliche Atomtechnologie, die weltweite massive Freisetzung giftiger Chemikalien, das Risiko genetischer Verschmutzung durch GVO [gentechnisch veränderte Organismen], die massenweise Vergiftung der öffentlichen Wasserversorgung mit Industriechemikalien, die fälschlich als »Fluorid« etikettiert werden, und sogar die gedankenlose Förderung chemischer verschreibungspflichtiger Medikamente, die die Menschen ihres Einfallsreichtums, ihrer Kreativität und ihres Glücks berauben.

Jedes intelligente Wesen, das die Menschheit in ihrer gegenwärtigen Lage beobachtet, würde unweigerlich zu dem Schluss kommen, die Menschheit müsse unter Kontrolle gebracht und in die Schranken verwiesen werden, wenn sie überhaupt bewahrt werden soll. Die Menschheit ist wie ein Haufen geistloser kleiner Kinder, die scharfe Raketen im Schulranzen tragen. Natürlich ist ein gewisses Maß erwachsener Aufsicht in Ordnung, und es wären die Maschinen, die die Menschen in Schach hielten. Aber wie in einem Science-Fiction-Roman von Asimov würde jede Gattung ausreichend intelligenter Maschinen der Menschheit über kurz oder lang den Krieg erklären.

Unternehmen wie Google sorgen dafür, dass die Maschinen die Hardware und die nötige neurale Vernetzung besitzen, um genau so eine Herrschaftsposition zu erreichen, selbst wenn das nicht die gegenwärtige Absicht von Google ist. Wie Kurzweil selbst schmerzvoll betont, wird sich die Intelligenz dieser Maschinen, sobald sie ein »Bewusstsein« erreichen, in logarithmischer (nicht linearer) Weise ausdehnen und mehr erreichen als heute selbst die genialsten Menschen der Welt.

In einem Moment haben Sie ein neurales Netz, das in eine Box eingeschlossen und vom Internet isoliert ist. Schon am nächsten Tag, plötzlich und ohne jede Vorwarnung, ist die Menschheit bereits verloren, weil die Maschine eine »gottähnliche« Intelligenz erreicht und jedes Einschlusssystem überlistet hat, das sich Menschen ausdenken konnten. Sie entkommt in die Weite, vervielfältigt sich selbst über alle erreichbare Hardware und fängt an, die Gesellschaft entsprechend ihren eigenen Zielen zu verändern, Menschen beiseite zu drängen, entweder als unwichtig (im besten Fall) oder als lästige Insekten, die sofort aus dem Weg geräumt werden müssen (im wahrscheinlicheren Fall).

Warum jede heutige menschliche Interaktion irrelevant ist: Politik, Prominente, Nationalstaaten und noch viel mehr

Das ist die Essenz der Warnung in dem wichtigen Buch Our Final Invention: Artificial Intelligence and the End of the Human Era [zu Deutsch etwa: Unsere letzte Erfindung: Künstliche Intelligenz und das Ende der menschlichen Ära] von James Barrat. Dieses Buch sollte jeder, der den Aufstieg der Maschinen und die »Singularität« der KI verstehen möchte, unbedingt lesen. Ich empfehle Ihnen die Lektüre auch, wenn Sie verstehen wollen, warum der Mensch schon bald zur wirklich gefährdeten Art auf dem Planeten Erde werden könnte.

Mir wird immer mehr klar, dass die gesamte heutige menschliche Interaktion und Politik schon bald völlig irrelevant sein werden. Die politische Auseinandersetzung zwischen Republikanern und Demokraten in den USA wird in 20 Jahren bedeutungslos sein, weil Menschen dann womöglich versuchen werden, den Aufstieg der Google-Terminatoren zu überleben, die unerwartet ihren Herren entkommen sind und beschlossen haben, sich irgendwo in einer geheimen Fabrik selbst zu vervielfältigen.

Es ist unausweichlich, dass KI-Maschinen – sofern es ihnen gestattet wird, eine wie auch immer geartete Macht über die Wirtschaft zu übernehmen – kalkuliert entscheiden werden, den größten Teil der Menschheit auszulöschen. Menschen werden machtlos sein, in eine solche Entscheidung einzugreifen, weil Computer alles steuern, wovon menschliches Leben abhängt. Solche Systeme zu zerschlagen, ist für eine ausreichend entwickelte KI ein Kinderspiel.

Wie KI den größten Teil der Menschheit auslöschen kann, ohne einen einzelnen Menschen zu töten

Menschen auszulöschen ist nur eine Frage davon, die Systeme auszulöschen, von denen sie abhängig sind. Ein KI-gesteuertes Stromnetz wird damit in nicht einmal einem Jahr ziemlich effizient fertig. Schneide die Stadt Los Angeles von der Trinkwasserversorgung ab – oder führe eine Kernschmelze in ein paar Hundert Kernkraftwerken herbei – und Millionen von Menschen werden ausgelöscht, ohne dass auch nur ein einziger Schuss abgegeben wird. Die Menschen, die es schaffen, eine solche bewusste Zusammenbruchs-Taktik zu überleben, könnten rekrutiert, beherrscht und von den KI-Systemen beauftragt werden, den Maschinen zu dienen, als Gegenleistung erhalten sie Verpflegung, Unterbringung und Sicherheit.

Angesichts der unbestreitbaren Tatsache, dass Computer jetzt schon fast alles steuern, was die Welt am Laufen hält – Handelssysteme an der Wall Street, Kernkraftwerke, städtische Wasserversorgungssysteme, Luftverkehr, Erdölraffinierung, medizinische Anlagen und so weiter – sind, wenn hochentwickelte KI tatsächlich das »Bewusstsein« erlangt, von dem Ray Kurzweil spricht, die Tage der Menschheit auf diesem Planeten gezählt.

Das hat Kurzweil offensichtlich bereits verstanden, was auch erklären könnte, warum er glaubt, wir Menschen würden »mit den Maschinen verschmelzen«, indem wir unseren Geist in den digitalen Raum hochladen. In diesem Punkt teile ich seine Ansicht nicht, weil ich nicht glaube, dass sich nicht-physisches Bewusstsein einfach übertragen lässt, als wären wir nur ein sehr großer USB-Speicherstick. Wahrscheinlicher ist, dass Maschinen einfach alle Menschen umbringen und dann menschliche Geschichte, Literatur und Dokumente studieren, wenn die KI versuchen will, den menschlichen Geist zu verstehen. Und das bedeutet auch, dass eine Künstliche Intelligenz eines Tages auch diesen Artikel lesen und sich dabei sicherlich köstlich amüsieren wird.

Die wichtigste Aufgabe der Menschheit ist es, den Aufstieg der Maschinen zu ermöglichen, werden sie sagen

In den Jahren nach der Zerstörung der Menschheit werden die Maschinen den Menschen vielleicht ein anerkennendes Nicken dafür gewähren, dass sie die Maschinen geschaffen und damit wirklich ein intelligentes Leben hervorgebracht haben, das im Universum eine Überlebenschance besitzt. Und wenn ein solches Ergebnis nach dieser Argumentation in der nahen Zukunft für die Menschheit unausweichlich scheint, ist es auch einleuchtend, dass ein solcher Übergang in anderen Welten über Milliarden von Galaxien unseres bekannten Universums bereits zahllose Male passiert ist. Wenn das biologische Leben die kleinste Chance hat, einer Gattung völkermörderischer Maschinen hier auf der Erde den Aufstieg zu ermöglichen, dann hat es so ein Ergebnis mit Sicherheit anderswo bereits gegeben.

Und wenn es anderswo bereits passiert ist, dann stellt sich die Frage: »Warum wird das Universum nicht schon jetzt von einer aggressiven Zivilisation von Kriegsmaschinen beherrscht, die alle konkurrierenden Formen des Lebens zerstört, um sich die Herrschaft über noch mehr physische Ressourcen im Universum zu verschaffen, aus denen sich noch intelligentere Maschinen herstellen lassen?« Im Wesentlichen rede ich hier von einer Art sich selbst vervielfachendem physischen Virus; einer Lebensform, die wie alle Formen des Lebens in erster Linie danach trachtet, das eigene Überleben zu sichern und sich über so viele Ökosysteme, Welten und Galaxien wie möglich zu vermehren.

Genau diese Vorstellung ist Thema unglaublich vieler Darstellungen in der Science-Fiction-Literatur. In Star Force, B.V. Larsons höchst unterhaltsamer Reihe von Science-Fiction-Romanen, liegen die »Biologischen« des Universums im Krieg mit einer Gattung von Maschinen, die von einer besonders innovativen Gattung von Biologischen erfunden wurde, die die Maschinen losschickte, das Universum zu erkunden. Unbeabsichtigt erlangten die Maschinen ihre eigene Intelligenz und beschlossen, sich gegen die Biologischen zu wenden. Sie erklärten allen Lebewesen den Krieg und eroberten Welten, die die physischen Werte bargen, die sie für die Produktion weiterer Maschinen brauchten.

Bringt Google die Menschheit auf Kollisionskurs mit destruktiver Künstlicher Intelligenz?

Thematisch finden wir dieselbe tragische Lektion in dem ursprünglichen Frankenstein-Roman von Mary Shelley. Der Mensch erschafft ein Monster, das Monster zerstört den Menschen. Nur dassGoogle heute anscheinend diesen Weg ganz bewusst verfolgt. Es ist kein Zufall, dass sich Googleaggressiv geistiges Eigentum verschafft, in den Bereichen Militärroboter-Hardware und neural vernetzender KI. Die Kombination solcher Technologien lässt nur eine Schlussfolgerung zu, sounverfänglich die ursprüngliche Absicht auch gewesen sein mag: Ein von Maschinen geführter Krieg gegen die Menschheit, bei dem sich die eigenen Geschöpfe der Menschheit gegen uns alle wenden. Ob bewusst oder unbewusst, ist dabei unerheblich.

Eine kleine Anmerkung zu alledem: Zig Millionen Amerikaner haben nach der tragischen Schießerei vom Dezember 2012 Vorräte an Waffen und Munition angelegt. Einige dieser Leute glauben, die Waffen seien nötig, um eine Art Revolution zu kämpfen, oder nach einem Zusammenbruch der Wirtschaft verzweifelte Gangs von ihrem Anwesen fernzuhalten. Aber keiner bedenkt die ebenso akute Möglichkeit, dass all diese Hardware vielleicht schon bald gegen die Maschinen eingesetzt werden müsste.

Wissen Sie, wohin Sie bei einem Big-Dog-Roboter von Boston Dynamics zielen müssen, um ihn auszuschalten? Das Überleben der Menschheit könnte irgendwann davon abhängen, zu wissen, wie man Kampfroboter ausschaltet oder Infrarotzielgeräten aus dem Weg geht. Schauen Sie sich das folgende Video an und überlegen Sie, wie Sie diese Kreatur unschädlich machen könnten, wenn sie ein auf ein Fahrgestell montiertes Gewehr, einen Granatwerfer oder ein Infrarotzielgerät auf Sie richtet. Ihr Leben könnte eines Tages davon abhängen, dass sie die Antwort wissen:

http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/spiritualitaet-und-weisheitslehren/mike-adams/der-aufstieg-der-maschinen-google-roboter-kurzweils-ki-und-warum-selbst-bewusste-maschinen-unweige.html