Ukraine: Der Atomunfall, der keiner ist

Ukraine: Der Atomunfall, der keiner ist – und diverses Meldungen über die Situation in der Ukraineakw

04. Dezember 2014  Zuerst schien es fast ein neues Tschernobyl zu sein, dann hieß es, es trete keine Radioaktivität aus, zuletzt wurde berichtet, man habe trotz des Reaktorunfalls aber alles im Griff. Und heute erfahren wir, es war nur ein Mißverständnis. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, Meldungen, die aus Kiew kommen, erstmal grundsätzlich anzuzweifeln. Unser Kontakt vor Ort konnte uns eine E-Mail schicken. Hinter dem „Atomunfall-Mißverständnis“  könnten vielleicht ganz banale Gründe stecken … 

Nachdem die Nachrichtenagentur Interfax berichtet hatte, ein Reaktorblock mit einer Bruttoleistung von 1000 MW sei von dem Unfall betroffen, kam Angst vor einem neuen Tschernobyl auf.

Sehr zur Verwunderung der Medien und der Bürger, dementierte die deutsche Bundesregierung geradeheraus heute die Behauptungen des ukrainischen Premier Arseni Jazenjuk und verlautbarte vielmehr, daß es keinen Atomunfall gegeben habe. Reuters berichtet:

„Die Berichte über einen Atomunfall in der Ukraine beruhen nach Erkenntnissen des Bundesumweltministeriums auf einem Mißverständnis. Einen Atomunfall habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf einen Kontaktmann der Gesellschaft für Reaktorsicherheit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Dieser habe von den Behörden im Land die Auskunft erhalten, daß es vielmehr vor einigen Tagen einen Brand im nichtnuklearen Teil des Atomkraftwerks Saporischschja gegeben habe. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen nach Angaben einer Sprecherin keine eigenen Erkenntnisse vor.“

Die letzte Reuters-Meldung davor lautete:

„Im Südosten der Ukraine hat sich nach Angaben von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk ein Atomunfall mit noch unabsehbaren Folgen ereignet. Betroffen sei das Atomkraftwerk Saporoschje im Südosten des Landes, sagte Jazenjuk am Mittwoch in Kiew. Er habe Energieminister Wolodimir Demtschischin angewiesen, dazu eine Pressekonferenz einzuberufen. Der Minister sagte, nach seiner Einschätzung werde der Vorfall bis Freitag behoben sein.“

Die Korrektur der ukrainischen Regierungsmitteilung durch die Regierung der BRD ist erstaunlich knapp und karg. Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang, daß ein anderer Regierungschef derart bloßgestellt wird, nur notdürftig mit dem nicht näher präzisierten Begriff „Mißverständnis“ verkleidet. Man bekommt den Eindruck, auch der Bundesregierung werden die Tartarenmeldungen aus Kiew langsam zu bunt.

Wie unser Kontakt vor Ort vermeldet, könnte es Gründe geben, warum Kiew das „Mißverständnis“ verursacht hat:

„Hier ist vieles nicht so, wie es verkündet wird. Man muß dem Kind halt einen Namen geben und Störfall im AKW hört sich besser an, als den Ukrainern zu erklären, daß kaum noch Kohlevorräte vorhanden sind.
Es ist kurz vor Schluß mit Kohle und Energie. In der gesamten Ukraine wird täglich die Stromzufuhr für mehrere Stunden unterbrochen. Die Leute regen sich auf, nehmen es aber hin.
Gestern im Raum Charkow ging von gestern abend 17.00 Uhr bis heute morgen, in der Westukraine von ca. 9.00 Uhr bis bis 15.00 Uhr, im Raum Kirowograd von ca. 11.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr gar nichts mehr. Kein Strom, kein Telefon, nichts. Und das jeden Tag.
Bei den Ukrainern hier ist über den angeblichen Atom-Störfall überhaupt nichts bekannt. Es ist das übliche Notwirtschaften und Improvisieren, nur daß jetzt auch noch die Kohlevorräte am Ende sind.

Nun meine “ Verschwörungstheorie“:

Mit einem Atom-Störfall macht man den Menschen in Westeuropa zumindest Angst (Tschernobyl ist immer noch in den Köpfen) und vielleicht zückt die EU wieder schnell das Scheckbuch, oder spendet die fehlende Kohle (die Kiewer Regierung hat bisher noch keine Anstrengungen unternommen, um Kohle irgendwo einzukaufen, Süd-Afrika hat nichts geliefert, weil nicht bezahlt wurde, Polen wollte Vorkasse und England hat angeblich keine Kohle mehr für den Export, die vertraglich geregelten  Lieferungen aus Rußand wurden von der Ukraine storniert).
Mit einem bevorstehenden AKW-Störfall oder Unglück will man wohl die Notwendigkeit weiterer “ EU-Kredite“ gegenüber dem europ. Steuerzahler unterstreichen. Es geht ja um die „deutsche und europ. Sicherheit, die man in der Ukraine verteidigen muß“. Das eigene Fell muß so lange wie möglich gerettet werden.

Ich vermute, daß das AKW abgestellt wurde, weil die Brennstäbe langsam ausgetauscht werden müssen. Da man aber von Rußland nichts mehr kaufen will, hat man für das AKW russischer Bauart Brennstäbe in den USA gekauft – und die werden wohl noch nicht geliefert haben. Ob die Brennstäbe überhaupt passen, ist dann die zweite Frage.
Das erklärt auch, warum sich die Bundesregierung zum Sprecher der ukrainisch-amerikanisch-litauisch-georgischen Regierung berufen fühlt. Die BRD hat sozusagen den Posten des Regierungssprechers in der Ukraine bekommen!

Übrigens, die Ukrainer wissen noch gar nichts von ihrer neuen internationalen Regierung!“

Das würde sich mit einer weiteren Nachricht decken, die wir von einer anderen Quelle erhalten haben, die uns immer wieder Nachrichten aus der Ukraine übermittelt. Demnach sind alle russischsprachigen Sender – Radio und Fernsehen – in der Westukraine von der Kiewer Regierung stillgelegt worden. Es werden auschließlich noch ukrainisch-sprachige Sender ausgestrahlt, die eine breitangelegte Propaganda gegen Rußland und Putin ausstrahlen. Nach Aussage der Quelle stößt das aber in der Westukraine nicht auf Kritik. Das wird tatsächlich geglaubt.

Gut vorstellbar, daß man die Geschichte neuen, turbo-eongebürgerten Superministern dem Volk nicht so gern mitteilt.

Erstaunlicherweise rührt sich aus Ecken, wo man es nicht vermutet hätte, Widerstand und es kommen auch ganz andere Informationen. Ein ukrainischer Major und Militärexperte namens Oleksandr Taran soll behaupten, daß er im „Feindgebiet“ operiert habe und dort keine russischen Armeeangehörigen gesehen habe. Er sei 300 Kilometer weit in die Konfliktzone vorgedrungen, und er sagt, er habe keinen einzigen russischen Soldaten gefunden, überhaupt keine russischen Militäreinheiten. Weiter sagte er klar und deutlich, daß die von der EU unterstützte Kiewer Regierung sich wie „Terroristen“ verhielten, was inakzeptabel sei. Die ganze Regierung und die Sicherheits- und Geheimdienste würden sich wie Terroristen aufführen. Er habe Kosaken und Freiwillige gesehen, die aus Rußland herübergekommen seien, um auf der Seite der Volkswehren zu kämpfen. Aber reguläre russische Truppen habe er nirgends gesehen.

Hier die Sendung mit dem Major, der den ungeheuren Mut aufbringt, mit offenem Visir und unter Nennung seines Namens diese Aussage macht, die ihn sicher sehr viel kosten wird. In solchen Regimes und in diesen Zeiten tut man sowas nicht ohne Konsequenzen. Wir wünschen Major Taran viel Glück und zollen ihm für seinen Mut große Anerkennung.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s