Ditfurth unterliegt Elsässer auf ganzer Linie

»Glühender Antisemit«?! Ditfurth unterliegt Elsässer auf ganzer Linie

Redaktion 10.12.2014

Wie wir berichteten, klagte der Chefredakteur des politischen Monatsmagazins Compact, Jürgen Elsässer, gegen die ehemalige Grünen-Vorsitzende Jutta Ditfurth. Diese hatte Elsässer in der 3Sat-Sendung Kulturzeit als »glühenden Antisemiten« verleumdet. Beweise für ihre Behauptung blieb Ditfurth trotz intensiver Suche schuldig. Stattdessen bemühte sich ihre Verteidigung, den behaupteten »Antisemitismus« Elsässers aus seinem Umfeld heraus zu konstruieren: »Sage mir, mit wem Du zu tun hast, und ich sage Dir, wer Du bist.« 

Falls sich ein politischer Journalist tatsächlich Äußerungen zurechnen lassen müsste, die von Menschen getätigt wurden, mit denen er Umgang hatte, dann käme das einem Berufsverbot gleich. Politischer Journalismus lebt von der Kontaktpflege zu unterschiedlichsten Quellen.

Auch das zweite Bein der Verteidigung knickte weg. Hierbei wurde es geradezu als Beleg für Elsässers »intelligenten Antisemitismus« angesehen, dass man ihm trotz intensiver Suche keine antisemitischen Äußerungen nachweisen konnte.

Eben weil er so ein intelligenter Antisemit sei, wisse er ganz genau, was er nicht sagen dürfe und bediene sich daher sogenannter »Codes«. Die Kritik an der US-Notenbank Fed sei ein solcher »Code«.

Das ist natürlich hanebüchen, denn die Fed ist eine fragwürdige Einrichtung, die man durchaus und legitimerweise kritisieren darf – sowohl hinsichtlich ihrer Politik als auch hinsichtlich ihres weiteren Bestehens.

Da liegt der Gedanke nahe, dass durch die Konstruktion solcher »Codes« unbequeme Stimmen einfach nur mundtot gemacht werden sollen. Überhaupt erinnert die Figur des »intelligenten Antisemitismus«, also eines Antisemitismus, der so intelligent sei, dass er nicht nachgewiesen werden könne, an eine mittelalterliche Hexenprobe – am Ende war der Betroffene entweder gleich tot oder erst schuldig und dann tot.

Es ist erfreulich, dass das Gericht sich keine der beiden Verteidigungsstrategien zu eigen gemacht hat. Jürgen Elsässer ist zuzustimmen, wenn er in der heutigen Verurteilung Ditfurths im Hauptverfahren einen »großen Sieg für die Pressefreiheit in diesem Land« sieht.

Künftig wird es also nicht mehr ganz so leicht sein, mit dem Killerwort »Antisemitismus« – und genau das ist die Intention von dessen Verwendung – eine missliebige Meinung mundtot zu machen. Ob Jutta Ditfurth gegen das Urteil in Berufung gehen wird, bleibt abzuwarten.

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