Russland und China sollten auf höchster Alarmbereitschaft agieren

Wie wird das neue Jahr?

Dr. Paul Craig Roberts 02.01.2015

Der Konflikt, den Washington zwischen dem Westen und Russland/China angezettelt hat, ist rücksichtslos und verantwortungslos und könnte zu einem Atomkrieg führen. Washington jedenfalls bereitet sich seit der Amtszeit von George W. Bush auf einen Atomkrieg vor. Um einen atomaren Erstschlag durchführen zu können, hat Washington auch seine Militärdoktrin überarbeitet. Der ABM-Vertrag ging über Bord, damit Washington Raketenabwehrsysteme bauen und in Stellung gehen kann. Sinn und Zweck dieser Systeme ist es, nach einem Erstschlag zu verhindern, dass der Gegner Vergeltungsmaßnahmen durchführen kann. Entlang der russischen Grenze zieht Washington Truppen zusammen, während gleichzeitig die Regierung in Moskau mithilfe falscher Vorwürfe dämonisiert wird. 

Sicherungsmaßnahmen, die das Risiko eines Atomkriegs minimieren sollten, haben Bush und Obama aus dem Weg geräumt. Hat die amerikanische Öffentlichkeit protestiert, sind die Medien dagegen angegangen? Nein. Auch von den Vasallen in Europa kam nur Schweigen.

Washingtons Streben nach Hegemonie hat nuklearen Irrsinn über die Welt gebracht

In Moskau und in Peking weiß man sehr gut, dass man im Fadenkreuz von Washington steht. Wie Larchmonter erklärt, werfen Russland und China ihre wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten zusammen, um sich vor einem Angriff Washingtons zu schützen. Lesen Sie, was Larchmonter schreibt. Den Weblink finden Sie weiter unten.

Washington hat Saddam Hussein, Gaddafi und Assad dämonisiert und es war der Auftakt für militärische Angriffe auf den Irak, auf Libyen und auf Syrien. Bei dieser Vorgeschichte kann man davon ausgehen, dass auch die Verteufelung von Wladimir Putin den ersten Schritt hin zu einem militärischen Vorgehen darstellt.

Aber Russland ist nicht der Irak, Libyen oder Syrien. Die russische Militärdoktrin lässt den Einsatz von Atomwaffen zu, wenn das Land angegriffen wird, und zwar auch bei einer Attacke mit herkömmlichen Waffen. Washington provoziert mit seiner Arroganz den Weltuntergang und die Welt sieht schweigend zu. Die Politik ist vollkommen gescheitert. Wo sind die Stimmen, die sich für die Menschheit stark machen?

Die Prognose für das neue Jahr

Washington hat die Weichen so gestellt, dass 2015 ein Jahr des Konflikts werden könnte, und zwar eines sehr intensiven Konflikts. Er köchelt bereits eine ganze Weile vor sich hin und Ursache dieses Konflikts ist Washington selbst. Als unter Clinton die NATO bis an die Grenzen Russlands vorrückte und illegal Jugoslawien angriff, war Russland zu stark geschwächt, um etwas dagegen zu unternehmen. Jugoslawien wurde in kleine, leicht kontrollierbare Häppchen zerschlagen. Auch als George W. Bush sich vom ABM-Vertrag abwandte und anfing, entlang der russischen Grenze Raketenabwehrstationen zu errichten, konnte Russland das nicht verhindern. Der Raketenschild sei dazu gedacht, Europa vor den – nicht existierenden – Interkontinentalraketen des Irans zu schützen, log Washington Moskau vor, doch dem Kreml war durchaus klar, worin die wahre Absicht bestand: Russlands Abschreckungspotenzial sollte geschwächt werden. Wenn das gelänge, könnte Washington Russland leichter Vereinbarungen aufzwingen, die die russische Souveränität beschneiden.

Der Sommer 2008 kam und Russland hatte seine Macht wiedergefunden. Auf Anweisung Washingtons griff die georgische Armee – ausgebildet und ausgerüstet von den USA und Israel – am Morgen des 8. Augusts die abtrünnige Republik Südossetien an. Russische Friedenshüter und Zivilisten kamen dabei ums Leben. Das russische Militär reagierte umgehend und nur wenige Stunden später war die von Amerika ausgebildete und ausgerüstete Armee vernichtend geschlagen. Georgien war wieder in der Hand Russlands, dort, wo die Provinz schon im 19. und 20. Jahrhundert gewesen war.

Putin hätte Georgien wieder in die Russische Föderation eingliedern und Micheil Saakaschwili aufhängen sollen, diese amerikanische Marionette, die sich nach der von Washington angezettelten »Rosenrevolution« zum Präsidenten Georgiens aufgeschwungen hatte. Stattdessen beging Russland den strategischen Fehler, seine Truppen zurückzuziehen. Washingtons Marionettenregierung blieb im Amt und konnte Russland weiter Probleme bereiten. Washington treibt derzeit die Aufnahme Georgiens in die NATO stark voran, was nichts anderes bedeuten würde als noch mehr amerikanische Militärstützpunkte entlang der russischen Grenze. Damals jedenfalls verschätzte sich Moskau. Man hatte geglaubt, Europa stehe nicht völlig unter der Fuchtel Washingtons. Der Kreml verließ sich darauf, dass die guten Beziehungen zu Europa ausreichen würden, um amerikanische Militärbasen in Georgien zu verhindern.

Ist Europa imstande, eine eigenständige Außenpolitik zu betreiben? Dieser Illusion gibt sich die russische Regierung heutzutage nicht mehr hin. Russlands Präsident Wladimir Putin hat öffentlich erklärt, man habe die Erfahrung gemacht, dass der diplomatische Umgang mit Europa nichts bringe, denn Europas Politiker würden nicht die europäischen Interessen vertreten, sondern die von Washington. Europa sei eine unterjochte Region, deshalb wisse man nun, dass man mit gutem Willen auf diplomatischer Ebene nichts erreichen werde, äußerte sich der russische Außenminister Sergej Lawrow kürzlich in ähnlicher Weise.

Auch diese Illusion ist dahin. Auf diplomatischer Ebene wird man beim Westen nicht vorankommen und keine friedliche Lösung finden, deshalb besinnt man sich bei der russischen Regierung nun wieder auf die Realität. Beschleunigt wird dieser Prozess dadurch, dass Washington und seine Vasallenstaaten Wladimir Putin dämonisieren. Putin sei der neue Hitler, hat Hillary Clinton gesagt. Washington verleibt sich ehemalige Teile des russischen und des sowjetischen Imperiums ein und bombardiert sieben Länder, stellt sich aber gleichzeitig hin und erklärt, Putin verhalte sich militärisch aggressiv und strebe einen Wiederaufbau des Sowjetreichs an. Obama verhilft in der Ukraine einem Neonazi-Regime an die Macht und versorgt es mit Waffen, behauptet aber gleichzeitig fälschlicherweise, Putin sei in ukrainische Provinzen eingefallen und habe sie annektiert. Das sind nichts als offenkundige Lügen und die Medienhuren des Westens wiederholen sie bis zum Erbrechen. Nicht einmal Hitler hatte so gefügige Medien wie Washington.

Washington hat sämtliche diplomatische Bemühungen Russlands blockiert und vereitelt, deshalb hat nun die Faktenlage Russland dazu gezwungen, seine Militärdoktrin zu überholen. Am 26. Dezember wurde eine neue Fassung verabschiedet und darin heißt es, dass die USA und die NATO eine ernste militärische Bedrohung für den Fortbestand Russlands als unabhängige und souveräne Nation darstellen.

In dem russischen Dokument wird auf Washingtons Militärdoktrin verwiesen, in der von einem atomaren Erstschlag die Rede ist, vom Aufbau eines Raketenschilds, von der Stärkung der militärischen Schlagkraft der NATO und der Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren. Moskau wertet dies als klare Anzeichen dafür, dass Washington einen Angriff auf Russland vorbereitet.

Auch auf wirtschaftlicher und politischer Ebene führt Washington Krieg gegen Russland. Ziel ist es, die Wirtschaft mit Sanktionen und Angriffen auf den Rubel aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Westen arbeite an einem Regierungswechsel in Moskau, heißt es in dem russischen Dokument. Erreicht werden solle dies durch »Maßnahmen, die zu einer gewaltsamen Änderung der russischen Verfassung führen, zur Destabilisierung von Politik und Gesellschaft, zur Lahmlegung der Regierungsorgane, zentraler, ziviler und militärischer Einrichtungen und der informellen Infrastruktur Russlands«. Als Werkzeug, mit dem Washington daran arbeitet, Russland zu destabilisieren, stehen russische Nichtregierungsorganisationen, die vom Ausland finanziert werden, ebenso zur Verfügung wie russische Medien, die in ausländischer Hand sind.

Mit seiner rücksichtslos aggressiven antirussischen Politik hat Washington dem atomaren Wettrüsten zu einem Comeback verholfen. Russland entwickelt zwei neue Arten von Interkontinentalraketen und wird 2016 ein Waffensystem in Betrieb nehmen, das den amerikanischen Raketenschild aushebeln soll. Kurzum: Die verdorbenen Kriegstreiber, die in Washington das Sagen haben, haben die Welt auf einen Weg gelenkt, der zum atomaren Untergang führt.

Die Regierungen in Russland und China wissen, dass Washingtons hegemonistische Absichten ihre Existenz gefährden. Washington beabsichtigt, die beiden Staaten an den Rand zu drängen. Um dieses Vorhaben zu vereiteln, hätten die Regierungen Russlands und Chinas beschlossen, ihre Volkswirtschaften zu verschmelzen und ihre militärischen Oberkommandos zusammenzulegen, berichtet Larchmonter. Wirtschaftlich und militärisch marschieren Russland und China künftig gemeinsam.

Bär und Drache sind sich einig. Der wirre Traum der Neokonservativen von einem »amerikanischen Jahrhundert« zerfällt damit zu gefährlichem Unsinn. Wie Larchmonter schreibt: »Die USA und die NATO bräuchten schon den Erzengel Michael an ihrer Seite, um China/Russland zu bezwingen. Aber so wie es scheint, steht der Erzengel Michael auf der Seite des Bären und seiner orthodoxen Kultur. Es gibt keine Waffe, keine Strategie und es lässt sich in naher Zukunft keine Taktik erkennen, wie diesen beiden aufstrebenden Volkswirtschaften, jetzt, wo sie ein »Basenpaar« sind, Schaden zugefügt werden könnte.«

Das Gespann Russland-China gebe Anlass zur Hoffnung, so Larchmonter. Daran zweifle ich nicht, aber was wird, wenn die arroganten Neokonservativen erkennen, dass ihre hegemonistische Politik einen Gegner erschaffen hat, den Washington nicht auf die Knie zwingen kann? Dann werden sie darauf drängen, dass ein atomarer Erstschlag stattfindet, bevor das gemeinsame russisch-chinesische Kommando vollständig einsatzbereit ist. Russland und China sollten auf höchster Alarmbereitschaft agieren, was einen Atomangriff anbelangt. Nur so kann ein heimtückischer Überfall verhindert werden.

Die amerikanische Wirtschaft ist ein Kartenhaus und nicht nur sie, sondern die gesamte westlich ausgerichtete Wirtschaft, von Japan bis Europa. Vor sieben Jahren setzte der wirtschaftliche Abschwung ein und seitdem konzentriert sich die Wirtschaftspolitik des Westens voll und ganz darauf, ein paar übergroße Banken zu unterstützen, die Staatshaushalte in den Griff zu bekommen und den US-Dollar zu stützen. Die Volkswirtschaften selbst haben darunter ebenso gelitten wie die Belastbarkeit der Menschen.

Die Finanzmärkte basieren auf Manipulationen, nicht auf Geschäftszahlen. Diese Manipulation ist unhaltbar. Angesichts explodierender Schulden ergeben negative Realzinsen keinerlei Sinn. Das reale Haushaltseinkommen fällt, die Menge der realen Verbraucherkredite fällt, der Immobilienmarkt stagniert oder schrumpft. Der Aktienmarkt ist eine Blase. Russland, China und andere Nationen wenden sich zur Begleichung ihrer Handelsgeschäfte vom Dollar ab. Russland entwickelt eine Alternative zum Finanznetzwerk Swift, die Brics-Staaten arbeiten an Alternativen zu IWF und Weltbank. In anderen Teilen der Welt wird an eigenen Kreditkartensystemen und eigenem Internet geforscht. Hinzu kommt, dass in Japan und Europa Geld gedruckt wird, um den Wechselkurs des Dollars zu stabilisieren. Wenn diese Währungen und der Dollar einbrechen, würde die von Importen abhängige westliche Welt zum Stillstand kommen.

Wenn Sie mich fragen: Russen und Chinesen haben viel zu spät begriffen, welches Böse in Washington an der Macht ist. Deshalb laufen sie nun Gefahr, Opfer eines Atomwaffenangriffs zu werden, bevor ihre gemeinsame militärische Verteidigungsmaschinerie uneingeschränkt einsatzbereit ist. Wie gesagt, die Wirtschaft des Westens ist ein Kartenhaus. Russland und China könnten dieses Haus zum Einsturz bringen, bevor es den Neokonservativen gelingt, die Welt in einen Krieg zu treiben. Es besteht kein Zweifel daran, wie aggressiv Washington gegen die beiden Länder vorgeht, insofern haben Russland und China jedes Recht, die folgenden Abwehrmaßnahmen durchzuführen.

Die USA und die EU führen einen Wirtschaftskrieg gegen Russland. Moskau könnte also erklären, dass der Westen die russische Wirtschaft zerstört hat und Russland deshalb seine Kredite bei den europäischen Banken nicht mehr bedienen kann. Wenn das nicht ausreicht, die nur schwach kapitalisierten Banken der EU auszuschalten, könnte Russland die NATO-Staaten offiziell zu Feinden des russischen Staates erklären. Im Rahmen der Militärdoktrin könne man die Aggression gegen Russland nicht länger hinnehmen, deshalb werde man die Erdgaslieferungen an NATO-Mitglieder aussetzen. Das sollte weite Teile der europäischen Industrie lahmlegen, die Arbeitslosigkeit explodieren lassen und Banken in den Ruin treiben. Reicht das nicht aus, um den Zerfall der NATO und damit das Ende der Bedrohung herbeizuführen, kann China aktiv werden.

Die Chinesen sitzen auf einem gewaltigen Dollar-Vermögen. Die Bullionbanken als Handlanger der amerikanischen Notenbank schütten enorme Mengen an Leerkontrakten auf den Terminmarkt, um in Zeiten schwacher Handelsaktivität den Goldpreis zu drücken. Genauso könnte es nun auch China halten: Peking könnte den Markt mit amerikanischen Schatzbriefen fluten und innerhalb weniger Minuten ein Volumen auf den Markt drücken, das mehreren Jahren amerikanischer Politik der Quantitativen Lockerung entspricht. Sollte die US-Notenbank rasch Dollar drucken, um die gewaltigen Mengen an Schatzbriefen zu kaufen und ein Auseinanderbrechen des Kartenhauses zu vermeiden, können die Chinesen all die Dollar, die sie für die Staatsanleihen erhalten, auf den Devisenmarkt werfen. Die Fed kann vielleicht Dollar drucken, um Schatzbriefe zu kaufen, aber keine ausländischen Währungen für den Dollar-Kauf.

Der Dollar würde zerbrechen und mit ihm würde die Macht des Hegemons schwinden. Der Krieg wäre vorüber, ohne dass ein einziger Schuss gefallen ist oder eine einzige Rakete abgefeuert.

Ich denke, Russland und China schulden es der Welt, den Atomkrieg zu verhindern, den die Neokonservativen anstreben. Das gelingt, indem sie im von Washington angezettelten Wirtschaftskrieg schlichtweg mit gleicher Münze zurückzahlen. Es ist nicht Washington, das alle Trümpfe in der Hand hält, sondern Russland und China.

Eine Vorwarnung sollten Russland und China nicht geben, sondern einfach handeln. Und wahrscheinlich sollten sie besser auch nicht Schritt für Schritt vorgehen, sondern die Gegenmaßnahmen zeitgleich durchführen: Gerade einmal vier US-Banken halten Derivate, die ein Vielfaches des globalen BIP ausmachen. Wenn diese implodieren, käme die Explosion der Zündung einer Atombombe gleich. Die USA und Europa wären am Ende, die Welt wäre gerettet.

Vielleicht hat Larchmonter recht. 2015 könnte ein sehr gutes Jahr werden, aber möglicherweise sind wirtschaftliche Präventivmaßnahmen Moskaus und Pekings erforderlich. Aktuell scheint Putin eine Abkehr vom Westen zu planen, die Provokationen zu ignorieren und die strategischen und wirtschaftlichen Interessen seines Landes enger mit denen Asiens zu verknüpfen. Das ist ein löbliches und vernünftiges Vorgehen, führt aber dazu, dass der Westen sich nicht mit seinen wirtschaftlichen Schwachstellen befassen muss. Ein sorgloser Westen stellt nicht nur für Russland und China weiterhin eine sehr ernste Gefahr dar, sondern auch für Amerikaner und die gesamte Welt.

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Ein Gedanke zu „Russland und China sollten auf höchster Alarmbereitschaft agieren

  1. „Der Dollar würde zerbrechen und mit ihm würde die Macht des Hegemons schwinden“
    „Wenn diese implodieren, käme die Explosion der Zündung einer Atombombe gleich. Die USA und Europa wären am Ende, die Welt wäre gerettet.“
    ———————————–
    Anmerkung
    Die Welt größten Absatzmärkte für Rußland und China am Ende, DIE WELT GERETTET?????
    WIE DASS ??????
    WAS FÜR EIN BLÖDSINN!

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