Kapitalismus, Sozialismus und Faschismus

Wir wollen Demokratie ohne Faschismus

Freitag, 20. März 2015 , von Freeman um 17:00

Es werden immer wieder Begriffe benutzt, die ihre Bedeutung verloren haben, oder falsch verwendet werden. Was Kapitalismus, Sozialismus und Faschismus bedeuten, muss ich deshalb erklären, damit wir von der selben Ausgangslage gehen. Es handelt sich nicht um eine ausführliche Begriffserklärung, sondern eine Kurzform, so wie ich es verstehe. 

Falsch: Die Krise heisst Faschismus!

Kapitalismus: Wenn man als Unternehmer Geld verdient, kann man es behalten. Wenn man mit dem Unternehmen Geld verliert, dann ist man alleine für den Verlust verantwortlich. Freiheit in diesem System bedeutet, die Freiheit Erfolg zu haben, aber auch die Freiheit zu scheitern. Das Risiko trägt alleine der Unternehmer.

Gewinne werden privatisiert und die Verluste werden privatisiert.

Sozialismus: Wenn man als Unternehmer Geld verdient, wird es mit Steuern einem weggenommen, zum Wohle der Gesellschaft. Wenn man mit dem Unternehmen Geld verliert, dann subventioniert der Staat aus den Steuereinnahmen die Verluste, meistens um Arbeitsplätze zu erhalten.

Gewinne werden sozialisiert und die Verluste werden sozialisiert.

Faschismus: Wenn man als Unternehmer Geld verdient, kann man es behalten. Wenn man mit dem Unternehmen Geld verliert, dann trägt der Staat mit Steuergeld oder Schulden die Verluste. Das Risiko des Scheiterns von Unternehmen trägt alleine der Staat.

Gewinne werden privatisiert und die Verluste sozialisiert.

Frage: In welcher Gesellschaft leben wir? Ganz sicher nicht im Kapitalismus, also in einer freien Marktwirtschaft. Das hat es meiner Meinung nach noch nie gegeben. Die sogenannte westliche Gesellschaft in Europa und Nordamerika besteht aus einer Mischung von Sozialismus und Faschismus, wobei der Trend in den letzten 20 Jahren immer mehr in Richtung Faschismus läuft. Sieht man doch an den Grossbanken und Grosskonzernen, die gigantische Verluste eingefahren haben, aber mit Geld vom Steuerzahler gerettet wurden. Eigentlich auch nicht durch Steuergelder, sondern durch astronomisches staatliches Schuldenmachen.

Das nennt man „too big too fail„.

Und einen freien Markt gibt es auch nicht, denn die einzelnen Staaten, oder die Europäische Union, regulieren und subventionieren viele Bereiche der Wirtschaft, wie die Landwirtschaft, die Fischerei, den Schiffbau, die sogenannten alternativen Energien, oder geben Exportzuschüsse und halten viele gescheiterte Branchen und Unternehmen am Leben.

Im Finanzbereich gibt es sowieso grundsätzlich keinen freien Markt, wo Angebot und Nachfrage spielen, denn die Zentralbanken greifen ständig mit der Geld- und Zinspolitik, oder mit Deviseninterventionen, mit Quantitative Easing (Gelddrucken), Plunge Protection Team (Aufkauf von Wertpapieren) und den Kauf von Staatsanleihen, in die Märkte ein.

Das ist Planwirtschaft in Höchstform und die FED macht Interventionen seit Jahren und die EZB seit März, mit 60 Milliarden Euro pro Monat. Wo ist da ein Markt, wenn irrsinnige Summen in die Märkte gepumpt werden, damit sie nicht abstürzen und die Banken nicht pleitegehen? Der Goldpreis, die Devisenkurse und die Zinssätze werden von einer nicht gewählten Kabale an Bänkern zentral bestimmt und nicht durch Angebot und Nachfrage.

Insider in den Finanzmärkten haben dafür vor Jahren einen Begriff erfunden, der Greenspan Put, oder Moral Hazard, oder danach der Bernanke Put. Das heisst, egal wie schlimm sich die Kriminellen an der Wall Street verspekulierten und in Schieflage geraten, der Chef der FED wir sie immer retten. Das ist wie Lotto-Spielen und man kennt die Zahlen im Voraus. Man gewinnt immer. Der Normalbürger hat nichts davon, sondern nur die reichen 1 Prozent, denen eh schon das meiste Vermögen gehört.

Wenn wir wirklich im Kapitalismus leben würden, dann hätte es keine Bankenrettung auf Kosten der Steuerzahler gegeben. Denn dann müssten Banken, die sich verspekulierten und riesige Verluste deshalb eingefahren haben, auch pleite gehen dürfen. Dann hätten Citi Bank, JP Morgan, Goldman Sachs und AIG, oder Harley Davidson und General Motors, nicht vom amerikanischen Staat gerettet werden dürfen. Das Gleiche in Europa und Deutschland. Die Commerzbank wurde verstaatlicht und die Hypo Real Estate wurde mit 100 Milliarden Euro gerettet, weil sie angeblich „systemrelevant“ wäre. Bullshit!

Generell hätten in allen Pleitefällen, die Eigentümer alleine die Verluste tragen müssen. Ist aber nicht passiert. Die Aktionäre durften jahrelang die Gewinnen einsacken, aber die Verluste übernahm am Schluss die Allgemeinheit. Was wäre passiert, wenn man die Grossbanken und Konzerne nicht gerettet hätte? Gar nichts, es wäre eine fällige Flurbereinigung gewesen, ein Sterben der kranken und Überleben der gesunden Unternehmen. So hat man aber vom Staat her Zombiebanken geschaffen, die eigentlich tot sind, aber irgendwie dahinsiechen. Das ist nicht Kapitalismus, sondern nach meinem Verständnis ein autoritärer Korporatismus, oder Faschismus.

Warum? Weil der Erfinder des Faschismus, Benito Mussolini, das so definiert hat. Faschismus müsste eigentlich Korporatismus heissen, sagte er, weil es die Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht (Korporation) darstellt. So verschmolzen und verbunden, wie die Konzerne mit der Politik, dem Staatsapparat und den Regierungen jetzt sind, geht gar nicht enger. Die global agierenden Konzerne schreiben schon lange die Gesetze, die sie selber betreffen und von denen sie profitieren. Die Parlamente nicken sie nur noch ab. Ein Schwarm an Lobbyisten, der mit einem riesigen Budget ausgestattet ist, sorgt dafür, dass die Abgeordneten nur die Interessen der Konzerne vertreten.

Hohe Regierungsbeamte und Minister, die aus dem Amt ausscheiden, treten sofort hohe und bestbezahlte Stellen in den Konzernen an. Oder umgekehrt, ehemalige Top-Manager der Konzerne werden Minister und Staatssekretäre, oder nehmen oberste Posten bei wichtigen Institutionen ein. Was war denn Mario Draghi, bevor er Chef der italienischen Zentralbank und danach der Europäischen Zentralbank wurde? Vizepräsident bei Goldman Sachs. Von der Privatwirtschaft in den Staatsapparat und zurück, wie in einer Drehtür. Die Interessen der Bürger sind denen doch völlig egal und sie schielen nur nach den zukünftigen Posten, die sie mit den Gefälligkeiten von heute ergattern können.

Faschismus darf man nicht alleine nach den Äusserlichkeiten beurteilen, wie Uniformen, Symbolen, Sprache und Rituale, sondern nach dem Grundkonzept des Systems. Staat und Konzerne zusammen bilden eine Macht gegen die Bürger. Gucken wir uns die Ukraine an. Wer ist denn dort Präsident? Petro Poroschenko, einer der reichsten Oligarchen des Landes, der mit seiner Unternehmensgruppe Ukrprominvest in den Bereichen Schokolade, TV-Sender, Auto-, Schiffbau- und Rüstungsunternehmen, tätig ist. Seit seinem Amtsantritt hat sein Schokoladenkonzern Roshen den Gewinn verachtfacht!!! Wie ist das möglich, wenn die Wirtschaft der Ukraine abgestürzt ist?

Wer Faschisten in der Ukraine unterstützt, wie die USA und EU es tun, muss selber ein Faschist sein. Wer den Treiben der Nazis in der Ukraine tatenlos zuschaut, die ein „russenfreies“ und „reinrassiges“ ukrainisches Land wollen, die SS-Symbole, Hackenkreuzfahnen und den Faschistengruss zeigen, der muss selber ein Nazi sein. Wer den Geschichtsrevisionismus des von den USA und EU in Kiew installierten Ministerpräsident Jazenjuk nicht widerspricht, der in Berlin gesagt hat, die deutsche Wehrmacht hätte die Ukraine befreit und Russland hätte den Zweiten Weltkrieg angefangen, der ist durch und durch ein Nazi.

Wer ständig Angriffskriege führt und seine Einflusssphäre aggressiv erweitert, wie die NATO-Mitgliedsländer es tun, wer seine eigene Bevölkerung total ausspioniert und überwacht, wer andere Länder grundlos mit Wirtschaftssanktionen bestraft, wer einerseits den Terrorismus erfindet, finanziert und einsetzt, aber anderseits den Terrorismus benutzt, um die Freiheiten einzuschränken und den Polizeistaat einzuführen, wer alles und jeden kontrollieren und alles vorschreiben will, wer die Meinungsäusserung unterdrückt, wer die Interessen der Konzerne über die der Menschen stellt, wer Staaten in die Schuldenknechtschaft führt, wer Menschen mit „Austerität“ in die Armut treibt, wer die grössten Lügen und übelste Propaganda verbreitet, wer Hass und Feindbilder erzeugt, wer eine Demokratie vortäuscht, aber tatsächlich eine Konzerndiktatur ist, wer Menschen, die Frieden wollen und keinen Krieg, beschimpft und verleumdet, wie die sogenannte „westliche Wertegemeinschaft“ es gesamthaft tut, der ist ein Faschist und wir leben in einem faschistischen System.

Viele Menschen glauben, Faschismus wird traditionell definiert, als nationales rechtes politisches System, wo ein Diktator regiert und jede Opposition mit einem Polizeistaat unterdrückt wird. Die neue Form des Faschismus ist äusserlich ganz anders, denn die Nazis haben nach dem II. Weltkrieg dazugelernt. Sie geben sich eine demokratische Fassade, aber im Hintergrund läuft die gleiche totalitäre Ideologie ab. Die Europäische Union ist die Fortsetzung des III. Reichs mit anderen Mitteln. Siehe „Die Europäische Union ist das IV. Reich„.

Deshalb finde ich den Spruch von Blockupy falsch:

Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus

Die Aktivisten verstehen offensichtlich nicht, wir haben keinen Kapitalismus, sondern Faschismus.

Deshalb müssten sie rufen:

Sie wollen Faschismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Faschismus

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Der Kapitalismus tötet nicht, sondern der Faschismus:

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Wir wollen Demokratie ohne Faschismus http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2015/03/wir-wollen-demokratie-ohne-faschismus.html#ixzz3VIcnDU3B

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