Attentat von Grafing: Fußspur gefälscht?

Attentat von Grafing: Fußspur gefälscht?

Gerhard Wisnewski 15.05.2016

Am 10. Mai 2016 soll ein geistig verwirrter Mann in Grafing bei München vier Personen mit dem Messer angegriffen und eine davon getötet heben. Dabei habe er nicht weniger als 98 blutige Fußabdrücke hinterlassen. Spektakulär. Doch ist das auch wahr? Nach dem Messerattentat am Bahnhof von Grafing staunte der Fachmann, und der Laie wunderte sich: Laut Süddeutsche Zeitung (online, 10.5.2016) soll der Attentäter nicht weniger als 98 blutige Fußabdrücke im S-Bahn-Zug und auf dem Bahnsteig hinterlassen haben. Eine enorme Menge: Wer zum Beispiel schon einmal in Farbe getreten ist, weiß, dass sich daraus entstandene Fußabdrücke schnell erschöpfen. 

Schon nach zwei bis drei Abdrücken verbraucht sich die Farbe, der Fußabdruck wird schnell schwächer, bis er fast ganz verschwunden ist. Auch wenn man im Sommer aus einem Schwimmbecken steigt, schwächt sich die nasse Fußspur schnell ab.

Nicht so nach der Messerattacke von Grafing bei München am 10. Mai 2016. Hier erstreckten sich die rund 100 Fußabdrücke des Täters über viele Meter, und das weitgehend unverändert und gleichmäßig ausgeprägt.

Zwar kann eine Blutspur durch immer neue Blutlachen natürlich »aufgefrischt« werden. Dazwischen müsste man aber immer wieder eine deutliche Abschwächung wahrnehmen.

Eine künstliche Blutspur?

Das ist aber noch nicht alles. Je nachdem, mit welchem Bereich des Fußes man in die Farbe tritt, wird oft nicht der gesamte Fußabdruck abgebildet, sondern nur ein Teil, zum Beispiel Ferse oder Zehen. Nicht so in Grafing. Hier sieht man von der Ferse bis zur Zehenspitze fast durchweg einen »idealen« Abdruck, und zwar von beiden Füßen.

Auch das ist ungewöhnlich, denn dafür müssten beide Fußsohlen gleichmäßig mit jeder Menge Blut besudelt worden sein ‒ was noch unwahrscheinlicher ist als die gleichmäßige Anfeuchtung eines Fußes.

Des Weiteren reicht dafür eine x-beliebige Blutlache nicht aus, sondern dafür braucht es schon einen regelrechten »Blutsee« von erheblicher Ausdehnung und Tiefe, in dem beide Füße quasi »geschwommen« sein müssen.

Eine solche Blutlache ist am Ausgangspunkt der Blutspur von Grafing (der S-Bahn-Tür) aber nicht zu erkennen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn derartige Blutseen entstehen normalerweise nicht bei einem mobilen Kampfgeschehen, sondern nur bei einer längeren Liegezeit eines Verletzten.

Wie mit dem Stift gezogen

Ideale Fußspur von Grafing

Das Seltsamste ist jedoch die Form der Fußabdrücke. Während ein normaler menschlicher Abdruck an den Rändern unscharf wird, haben die Fußabdrücke von Grafing einen scharf gezeichneten Rand. Das aber ist ungewöhnlich.

Da die menschliche Fußsohle aus elastischem Gewebe besteht und nun einmal keine scharfen Ränder hat, sind die Umrisse des menschlichen Fußabdruckes ebenfalls unscharf. Eine weitere Unschärfe entsteht aufgrund der Gehbewegung, bei der sich der Fußumriss leicht verändert.

Die Fußabdrücke von Grafing wirken jedoch eher wie eine Höhlenmalerei. Manche Umrisse erscheinen gar wie mit dem Stift oder Stempel gezogen beziehungsweise aufgebracht.

Ränder eines Fußabdruckes am Bahnhof Grafing und eines echten Fußabdruckes aus einer podologischen Praxis.

Mit anderen Worten machen die Fußspuren von Grafing einen labormäßigen Eindruck. Wie natürliche Abdrücke sehen sie jedenfalls nicht aus. Aber warum sollte jemand den Tatort mit solchen Barfußspuren verzieren? Antwort: Möglicherweise macht es das leichter, den Attentäter als »Irren« zu verkaufen.

Denn wer an einem kalten Morgen barfuß läuft, der kann ja schließlich »nicht alle Tassen im Schrank« haben. Erst recht nicht, wenn dann noch überliefert wird, der Beschuldigte habe sich »vor Wanzen an den Schuhen« gefürchtet …

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/gerhard-wisnewski/attentat-von-grafing-fussspur-gefaelscht-.html;jsessionid=DA5CA13C6B623BB3F18FB9D370B071C3

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