Chinesisches Militärmanöver: »Vorbereitungen auf einen plötzlichen, grausamen Krieg«

Chinesisches Militärmanöver: »Vorbereitungen auf einen plötzlichen, grausamen Krieg«

Andreas von Rétyi 05.08.2016

Eine vermeintliche Routineübung Chinas sorgt für Aufregung. Im Südchinesischen Meer, das großteils von der Volksrepublik beansprucht wird, verdichten sich umfassende militärische Aktionen. Befindet sich die Welt wirklich am Vorabend eines dritten Weltkriegs, vor dem der Erzspekulant George Soros schon länger warnt? Die Situation im Südchinesischen Meer spitzt sich zu. Ein Großmanöver der VR China demonstriert deren alte Ansprüche auf die Region und gilt als Antwort auf ein am 12. Juli gefälltes Urteil des Schiedsgerichtshofs in Den Haag, das die territorialen Forderungen Pekings ablehnt. 

Seit Monaten verdichtet sich die militärische Gewalt. Australien rüstet präventiv auf. Und das Reich der Mitte demonstriert seinerseits Härte, will im September ein weiteres Großmanöver zusammen mit Russland durchführen, um die Beziehungen beider Armeen zu stärken.

Die aktuelle Übung sei vor allem darauf ausgelegt, »Angriffsintensität, Präzision, Stabilität und Geschwindigkeit der Truppen unter schweren elektromagnetischen Einflüssen zu verbessern«, so ließ die chinesische Marine kürzlich verlauten. Sie betont, dass ein auf Informationstechnologie basierender Seekrieg »überraschend, kurz und grausam« sein werde. Und genau deshalb sei eine zügige Übermittlung des Kampfstatus nötig, ebenso eine schnelle Vorbereitung sowie hohe Angriffseffizienz.

Peking demonstriert Macht. Alle drei Flotten nahmen an der Großübung teil, die sich laut Aussage des chinesischen Verteidigungsministeriums nicht gegen Dritte richtete. Wie The China Times berichtete, waren an dem Trainingseinsatz rund 300 Schiffe und mehrere Dutzend Kampfflugzeuge beteiligt. Diverse Truppen sicherten die Küsten und waren für Radar, Kommunikation und Abwehr elektronischer Kriegsführung zuständig. Insgesamt spielten zwei gegnerische Trainingsteams verschiedenste moderne Kampfsituationen durch. Beobachter sehen in diesem Aufgebot eine Reaktion auf das aktuelle Urteil aus Den Haag, das den weitreichenden Besitzanspruch Chinas auf das Südchinesische Meer ablehnt. Peking bezeichnete das richterliche Dokument als »Altpapier«.

Die Lage verschärft sich zusehends. Nun zeigte sich auch Australien bereits Anfang des Jahres von der kriegerischen Seite, zumindest im deutlich präventiv-abschreckenden Sinne: Im vergangenen Februar wurde bekannt, dass das Land rund 126 Milliarden Euro in militärische Aufrüstung investieren wolle, vor allem wegen des eskalierenden Streits ums Südchinesische Meer. Und so will Australien seine eigene Position stärken und verdeutlichen. In harten Fakten ausgedrückt, manifestiert sich das unter anderem in sechs neuen U-Booten, drei Marine-Zerstörern, neun Fregatten und einem ganzen Dutzend Patrouille-Booten.

Australien betont, seine guten Beziehungen auch künftig aufrechterhalten zu wollen, was sowohl China als auch die USA betrifft. Die Tabloid-Zeitung The Global Times als Organ der Kommunistischen Partei Chinas wählte unmissverständliche Worte: Das Südchinesische Meer habe anfangs als ausländisches Gefängnis Großbritanniens gedient, anschließend dann als Kolonie mit genügend Ressourcen und guter Investmentmarkt.

Australien, das sei »wahnhaftes Land mit einer schändlichen Geschichte gewesen«, so das Blatt und betont: »Sollte Australien ins Südchinesische Meer eindringen, dann wird es ein ideales Warn- und Angriffsziel für die VR China darstellen.« Deren nationale Medien bezeichneten Australien als »papiernen Kater« und ließen die Möglichkeit eines Militärschlags durchblicken. Bereits 2015 sei ein australisches Flugzeug ins chinesisches Gebiet eingeflogen. Mit Blick auf diesen Vorfall heißt es dann: »Es wäre traurig, würde ein Flugzeug vom Himmel fallen und sich als australisch herausstellen.«

Die Situation wird immer bedrohlicher, der Konflikt weitet sich aus. 2013 hatten philippinische Behörden einen Antrag beim Internationalen Gericht eingereicht, um den chinesischen Territorialanspruch auf die Region für ungültig zu erklären. China beruft sich hier seinerseits auf sein historisches Recht und erklärt, die Richter in Den Haag hätten nicht über Gebietsstreitigkeiten zu befinden. Peking warnt auch eindringlich vor einer Intervention der USA im Südchinesischen Meer.

Dass auch die USA ein starkes Interesse an der Region haben, steht fest, nicht zuletzt, weil hier werden erhebliche Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet werden. Und auch die australische Aufrüstung resultiert aus der immer engeren Kooperation mit den USA. Schon länger existiert ein US-Stützpunkt im australischen Darwin. Von hier aus sind US-Schiffe unterwegs, um wie es heißt die Schifffahrtswege gegen die chinesischen Hegemonialansprüche zu verteidigen.

China spricht davon, die USA nutzten den Deckmantel der Freiheit von Schifffahrt und Navigation, um unablässig ihre Stärke zu demonstrieren. Nicht zu vergessen ein militärisches Großmanöver von südkoreanischen Soldaten und US-Streitkräften im vergangenen März, die umfassendste Militärübung der beiden Staaten überhaupt. US-Kriegsschiffe fuhren unmittelbar an Inselgruppen vorbei, die von China beansprucht werden. Auch über dem Ostchinesischen Meer kam es wiederholt zu Zwischenfällen.

Anfang Juni tauchte ein US-Aufklärungsflugzeug in einer 2013 zur Luftverteidigungszone erklärten Region auf. Damit verbindet Peking die Forderung für ausländische Militärpiloten, sich zu identifizieren und den Anweisungen der chinesischen Luftwaffe zu folgen. Das aber wird von den USA und anderen Nationen nicht akzeptiert.

China zielt seinerseits auf eine engere Kooperation mit Russland ab, und so ist bereits für diesen Herbst ein gemeinsames Großmanöver geplant. Die Fronten verhärten sich. Und sie definieren sich immer deutlicher.

In den sozialen Netzwerken breiten sich gegenwärtig Nachrichten über brutale Maßnahmen der chinesischen Regierung gegen die einheimischen Uiguren der größten Provinz Xinjiang aus. Anderslautenden Berichten zufolge komme es zwar dort häufiger zu Auseinandersetzungen, doch entspreche die reale Lage nicht den Schilderungen.

Hinter dieser Hetzaktion stecke niemand anderer als der Megaspekulant George Soros sowie seine Organisationen. Ihnen sei zwischen uigurischem Nationalismus und islamischem Terrorismus alles recht, um China per synthetischer Revolution zu bezwingen, noch bevor es die gefürchtete Allianz mit Russland eingehen könne.

Auf dem Sektor künstlicher Revolutionen dürfte Soros bereits etliche Erfahrungen mitbringen. Nun scheint China mit der nächsten Farbenrevolution an der Reihe. Doch durch solche Aktionen wird das Land nur noch mehr in die Arme Russlands getrieben.

Vielleicht ist das auch Zweck der ganzen Übung. Soros, der Experte für Ungleichgewichte und Revolutionen, aus denen er stets privaten und politischen Nutzen zu ziehen vermochte, scheint einen neuen, noch umfassenderen Coup landen zu wollen. Und auch wenn er seit langem beschwörend vor einem Dritten Weltkrieg warnt, dann könnte gerade er es sein, dessen Aktionen eine solch katastrophale Entwicklung am Ende fördern.

 

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/andreas-von-r-tyi/chinesisches-militaermanoever-vorbereitungen-auf-einen-ploetzlichen-grausamen-krieg-.html;jsessionid=6C740A4333492833A885F3497B0F1B56

 


Warum China wegen ein paar Felsen im Meer in den Krieg ziehen würde

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