Istanbul – schwuler syrischer Flüchtling geköpft

Istanbul – schwuler syrischer Flüchtling geköpft

Freitag, 5. August 2016 , von Freeman um 19:00

Der schwule syrische Flüchtling Muhammed Wisam Sankari verlies sein Haus in Aksaray in der Nacht vom 23. Juli, ein Viertel des Istanbuler Stadtteils Fatih. Er wurde tot in Yenikapi am 25. Juli gefunden, dem Hafenviertel von Fatih. Sein Kopf war abgetrennt und sein Körper jenseits jeder Erkennungsmöglichkeit verstümmelt. Wisam, der bereits vorher schon bedroht und von einer Gruppe von Männern entführt und vergewaltigt wurde, versuchte vergeblich als Flüchtling in ein anderes Land zu kommen, da sein Leben in der Türkei in Gefahr war. Niemand wurde bisher von der Polizei als Tatverdächtiger verhaftet.

Nach dem bestialischen Mord haben Wisams Mitbewohner, Rayan, Diya und Gorkem erzählt, was Wisma alles durchgemacht hat und wie es ist, ein homosexueller Flüchtling in der Türkei zu sein. Sie sagen, der Mord war abzusehen, denn die Behörden haben keinerlei präventive Massnahmen ergriffen und sie haben Angst, die nächsten zu sein. „Wir haben uns beim Polizei-Hauptquartier beschwert, aber sie haben nichts unternommen.

Rayan kannte Wisam seit Jahren und er sagt: „Er fühlte sich sehr unsicher in letzter Zeit. Wenn wir ihn was fragten, sagte er nicht viel„, und er erklärte, Wisam wurde bereits vorher bedroht und entführt. Er sagte, sie hatten Schwierigkeiten sogar nur auf den Strassen von Aksaray zu gehen, wo sie wohnten, und wurden von einem messerschwiengenden männlichen Mob mehrmals bedroht. Sie sagten, sie würden sie vergewaltigen. Laut Rayan hat Wisam folgendes durchgemacht:

Wir wohnten in verschiedenen Häusern vorher und wir mussten diese verlassen weil wir schwul sind. Die Leute rundherum starrten uns ständig an. Wir haben aber nichts unmoralisches getan. Ungefähr vor fünf Monaten hat eine Gruppe Wisam in Fatih entführt. Sie haben ihn in einen Wald gebracht, dort zusammengeschlagen und vergewaltigt. Sie wollten ihn ermorden aber Wisam rettete sich indem er auf die Strasse rannte. Wir beschwerten uns beim Polizei-Hauptquartier aber nichts passierte.

Gorkem war auch Wisams Freund und er war einer der Leute, die nach dem Mord zur Identifikation der Leiche abgeholt wurden. Gorkem erzählte in Tränen, wie Wisam verschwand und wie er die Nachricht über seinen Tod bekam:

In dieser Nacht hat Wisam das Haus verlassen. Wir waren bereits angstvoll wegen den Drohungen. Wir sagten zu ihm, er soll nicht weggehen, aber er sagte, er will nur für 15 bis 20 Minuten raus. Er kam nicht mehr wieder die ganze Nacht. Am nächsten Tag waren wir in Panik, weil wir ihn nicht erreichen konnten. Wir gingen zur Gesellschaft für Solidarität für Asylsuchende und Migranten (ASAM). Sie schickten uns zum Polizeihauptquartier von Fatih.

Am Sonntag hat uns die Polizei angerufen. Wir gingen nach Yenikapi mit Rayan. Sie haben Wisam gewaltsam zerstückelt. So gewaltsam, zwei Messer waren abgebrochen in ihm drin. Sie hatten ihn geköpft. Sein geöffneter Körper war jenseits einer Erkennungsmöglichkeit, seine Organe waren ausserhalb. Wir konnten unseren Freund nur an Hand der Hose identifizieren.“

Diya sagte, sie leben jetzt in Angst und mit dem Gedanken, „wer ist der nächste„, nach Wisams Ermordung, und sie sagen, sie haben Angst auf die Strasse zu gehen:

Ich habe solche Angst. Ich fühle wie jeder mich auf der Strasse anstarrt. Ich wurde bereits zweimal entführt. Sie haben mich in Cerkezkoy laufen lassen und ich schaffte es gerade noch nach Hause. Ich spreche ruhig, damit nichts passiert. Es spielt keine Rolle, ob man Syrer oder Türke ist, wenn man man schwul ist, ist jeder ein Ziel. Sie wollen Sex von dir und wenn man ablehnt laufen sie neben einem her. Ich habe keine Ausweise, wer wird mich schützen? Wer wird der Nächste sein?

Rayan kritisiert die SAM und die Vereinten Nationen (UN), denn sie unternehmen nichts, um die Schwulen in der Türkei zu schützen oder bei der Ausreise in ein sicheres Land zu helfen.

ASAM und die UN tun nichts für uns. Wir können uns nur selber schützen. Wir bleiben zusammen, um uns zu schützen. Wir bekommen keine Informationen oder Antworten. Nur Gerede … ASAM rief uns nach Wisams Tod an. Nach seinem Tod … was soll das? Ein sehr reiner und guter Mensch ist von dieser Welt gegangen.

Quelle: kaosgl.org

Wie diskriminierend und intolerant der „demokratische Rechtsstaat“ Türkei die Schwulen behandelt, sieht man am Verbot von Schwulenparaden in Istanbul. Der Gouverneur von Istanbul hat den „Trans Pride March“ vom 19. Juni und den „LGBTI + Pride March“ vom 26. Juni auf dem Taksim-Platz verboten. Die Begründung: „Die Sicherheit unserer Bürger kann nicht garantiert werden, speziell nicht der Teilnehmer, und wegen der öffentlichen Ordnung.

Trotz des Verbots versammelten sich einige Schwule und die Polizei ging mit Gummigeschosse und Tränengas gegen sie vor. Obwohl Homosexualität in der Türkei offiziell nicht verboten ist, grassiert die Homophobie in der ganzen türkischen Gesellschaft. In einem islamischen Land schwul zu sein kann tödlich enden!

Völlig widersprüchlich erkennt man aus oben erwähnten Fall, wie die ach so hetero moslemischen Männer gerne Sex mit Schwulen haben wollen und wenn sie keinen bekommen, sie entführen und vergewaltigen.

 

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Istanbul – schwuler syrischer Flüchtling geköpft http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2016/08/istanbul-schwuler-syrischer-fluchtling.html#ixzz4GVKLOxgE

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