Not in Venezuela: Menschen schlachten Zootiere

Not in Venezuela: Menschen schlachten Zootiere

Michael Snyder 06.08.2016

Können Sie sich vorstellen, Zootiere zu schlachten und zu verzehren, wenn Ihr Hunger fast unerträglich wäre? Vielen Menschen erscheint diese Frage absurd, aber diese Dinge geschehen gegenwärtig in Venezuela. In dem schwer gebeutelten Land stellen sich Menschen bis zu zwölf Stunden in langen Schlangen vor den Einkaufsläden an, in der Hoffnung, dass noch Lebensmittel und andere wichtige Güter des täglichen Bedarfs zu kaufen sind, wenn sie endlich an der Reihe sind. Plünderungen und Raub sind an der Tagesordnung. Die amerikanische Wirtschaft ist zwar auch angeschlagen, aber angesichts des völligen wirtschaftlichen Zusammenbruchs, wie Venezuela ihn derzeit erlebt, sollten wir dankbar sein, dass die Lage bei uns noch besser ist. 

Schwarze Hengste (Rappen) gehören zu den schönsten Pferden auf der Erde, aber die Lage ist in diesem Sommer in Venezuela so verzweifelt, dass für viele Menschen die Suche nach etwas Essbarem absoluten Vorrang genießt. Und so kam es im Caricuao-Zoo in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu einem schrecklichen Ereignis. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich überhaupt öffentlich darüber berichten sollte. Verzweifelte Menschen tun verzweifelte Dinge, und wenn Menschen vom Hunger gequält werden, tun sie Dinge wie diese:

»Die zunehmende Lebensmittelknappheit in Venezuela hatte am Wochenende tragische Folgen für ein seltenes Turnierpferd, als eine Gruppe von Eindringlingen in den Zoo einbrach, den Rappen aus seinem Stall zerrte und ihn dann schlachtete, um das Fleisch zu verzehren.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Verbrechen habe sich am frühen Sonntagmorgen im Caricuao-Zoo in Caracas ereignet, als sich ›mehrere Personen‹ im Schutz der Dunkelheit in den staatlichen Zoo schlichen und in den Stall des Rappen eindrangen. Das Pferd war das einzige Tier seiner Art im Zoo und wurde dann in eine etwas abgelegene Region des Zoos geführt und vor Ort geschlachtet und zerlegt. Lediglich sein Kopf und seine Rippen ließ man zurück. Der Anblick der Überreste des Tieres erschreckte die Zoobesucher am Sonntagmorgen.«

Leider war dieses wertvolle Tier nicht das erste Opfer in diesem Zoo. Vor einigen Wochen traf es bereits Schweine und Schafe:

»Traurigerweise war dieses Pferd nicht das erste Zootier, das die Auswirkungen der massiven Lebensmittelverknappung am eigenen Leibe brutal zu spüren bekam. Einige vietnamesische Schweine und Schafe wurden Berichten zufolge bereits im Vormonat aus dem gleichen Zoo gestohlen.«

Zahlreiche andere Zootiere sterben einen langsamen Hungertod, weil sie nicht mehr gefüttert werden konnten. Wie es heißt, verhungerten bereits allein in einem Zoomindestens 50 Tiere:

»In den vergangenen sechs Monaten starben bereits mindestens 50 Tiere im Caricuao-Zoo in der venezolanischen Hauptstadt Caracas an den Folgen der um sich greifenden Lebensmittelknappkeit, die in dem sozialistischen Land Menschen wie Tiere gleichermaßen trifft.

Marlene Sifontes, eine Gewerkschaftsführerin, die die Interessen der Mitarbeiter in der für die staatlichen Parks und Zoos zuständigen Behörde Inparques vertritt, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Zoo habe bereits vietnamesische Schweine, Tapire, Kaninchen und Vögel verloren, nachdem die Tiere wochenlang kein Futter mehr bekommen hatten. Anderen Tiere im Zoo drohen schwere Schäden durch Unterernährung. Löwen und Tiger, eigentlich Fleischfresser, werden mit Mangos und Kürbissen gefüttert, damit sie überhaupt etwas zu fressen haben. Die Elefanten erhalten ebenfalls tropische Früchte anstelle ihres gewohnten Heus. Laut einem Bericht werden die Großkatzen mit Pferdefleisch gefüttert, das von Vollblutrennpferden von einer nahegelegenen Rennbahn stammt.«

Nachrichten wie diese berühren uns sicherlich, aber wir sollten nicht vergessen, dass nicht nur die Tiere leiden müssen. Millionen Personen, von denen jede einen eigenen hohen Wert und eigene Würde als Mensch besitzt, drohen gegenwärtig zu verhungern.

Zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres wagte ein Bürgermeister aus Venezuela den Schritt in die Öffentlichkeit und räumte ein, dass einige Menschen in seinem Bezirk so hungrig seien, dass sie tatsächlich »Katzen, Hunde und Tauben« fangen und essen:

»Ramón Muchacho, Bezirksbürgermeister von Chacao in Caracas, erklärte, in den Straßen der venezolanischen Hauptstadt seien viele Menschen damit beschäftigt, Tiere zu töten, um sie zu essen. Über den Mikrobloggerdienst Twitter berichtete Muchacho, in Venezuela sei es zur ›schmerzlichen Realität‹ geworden, dass Menschen ›Hunde, Katzen und Tauben jagen‹, um ihren Hunger zu stillen. Andere sammeln auf dem Boden liegende Früchte und Gemüse oder Abfall, um diese dann zu verzehren.

Die Krise in Venezuela verschlechtert sich mit jedem weiteren Tag. Teilweise sind nur noch 30 Prozent der Güter im Vergleich zu normalen Zeiten verfügbar … [S]echs Militärangehörige wurden verhaftet, weil sie Ziegen gestohlen hatten, um ihren Hunger zu stillen, da sich auf dem Militärstützpunkt Fort Manaure nichts Essbares mehr finden ließ.«

Auch wenn die USA in vieler Hinsicht die gleichen Fehler wie Venezuela gemacht haben, sind viele Amerikaner der festen Überzeugung, dass sich die dortigen Ereignisse niemals in den USA wiederholen könnten.

Denn immerhin sind die USA ja »die größte Volkswirtschaft der Welt« und »das reichste Land der Erde«, stimmt’s? Aber tatsächlich wurde unsere wirtschaftliche Infrastruktur durch die verschiedenen Freihandelsabkommen systematisch zugrunde gerichtet, und heute konsumieren wir weitaus mehr, als wir produzieren.

Wir haben unseren Lebensstandard künstlich auf einem hohen Niveau gehalten, indem wir uns immer mehr verschulden. Unter der Präsidentschaft Barack Obamas stieg die Staatsverschuldung jedes Jahr um weitere 1,1 Billionen Dollar an. Laut einer aktuellen Umfrage verfügen 62 Prozent aller Amerikaner nur noch über Ersparnisse oder Rücklagen von weniger als 1000 Dollar.

Aber es gibt keinen Anlass zur Sorge. Die Mainstreammedien behaupten einfach weiter, die besten Zeiten für die Amerikaner stünden jetzt kurz bevor und einen wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch wie in Venezuela werde es in den USA niemals geben. Kürzlich stieß ich auf einen Artikel im Business Insider, in dem es hieß, es werde sich bald als unser größtes wirtschaftliches Problem erweisen, nicht genug Arbeitskräfte zu finden.

Die bekannte Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand ist von der Vorstellung, Hillary Clinton werde die nächste amerikanische Präsidentin, so begeistert, dass sie zu Beginn ihrer Abschiedstournee in Los Angeles eine mitreißende Wiedergabe des Liedes »Happy Days Are Here Again« anstimmte.

Dieses 1929 von Milton Ager und Jack Yellen komponierte bzw. geschriebene Lied gilt als inoffizielle Parteihymne der Demokraten, seit F.D. Roosevelt das Lied für seinen Präsidentschaftswahlkampf 1932 als »Wahlkampfschlager« auswählte.

Über den Auftritt Streisands berichtete der Drudge Report:

»›So lange traurige Zeiten,

zusammen mit schlechten Zeiten

Aber jetzt sind wir euch endlich los.

Hallo, fröhliche Zeiten.

Ihr Zeiten der grauen Wolken,

ihr seid nun Vergangenheit.

Die glücklichen Tage sind zurück.

Der Himmel über uns ist wieder blau.

Stimmen wir wieder ein Freudenlied an…‹

Streisand stockte plötzlich. Ihr war wohl eingefallen, dass derzeit schon ein Demokrat im Weißen Haus saß. Sie sagte rasch: ›Ich schätze übrigens Obama sehr‹ und fuhr dann mit ihrem Gesang fort:

›Und jetzt alle zusammen:

Niemand kann mehr daran zweifeln,

Und daher wollen wir es der Welt verkünden:

Die glücklichen Tage sind wieder zurück.‹«

Wie sieht die Wahrheit nun aus? Wird es uns genauso ergehen wie den Menschen in Venezuela, oder stehen uns glückliche Zeiten ins Haus? Ich habe den Eindruck, dass wir nicht mehr lange auf die Antwort werden warten müssen …

 

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/michael-snyder/not-in-venezuela-menschen-schlachten-zootiere.html;jsessionid=6C740A4333492833A885F3497B0F1B56

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