737 Max 8 Absturz – Kampf Computer gegen Mensch

737 Max 8 Absturz – Kampf Computer gegen Mensch

Freitag, 15. März 2019 , von Freeman um 10:00

Nach Studium der bisherigen Informationen und Aussagen über die beiden Abstürze einer Boeing 737 Max 8 und den Eigenschaften dieses Flugzeugs, komme ich in wenigen Worten zum Ergebnis, hier fand ein Kampf zwischen dem Computer des Flugzeugs und den Piloten statt.

Das heisst, wegen falschen Angaben von Sensoren hat der Computer die Maschine in eine Lage gebracht, die gefährlich war, die Piloten haben versucht dies zu korrigieren, aber der Computer korrigierte die Korrektur und brachte die Maschine wieder in eine gefährliche Lage.
Das erklärt, warum das aufgezeichnete Flugprofil sehr erratisch rauf und runter geht. Zum Schluss stürzte die Maschine mit extrem hoher Geschwindigkeit fast senkrecht in den Boden.

Die erste Grafik zeigt die Geschwindigkeit der 737 Max 8, die der Lion Air, die am 29. Oktober 2018 in Indonesien kurz nach dem Start aus Jakarta ins Meer stürzte. Alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Darunter das Profil der Ethiopian Airlines 737 Max 8, die am vergangenen Sonntag kurz nach dem Start aus Addis Ababa aus dem Himmel fiel und auf den Boden knallte, wodurch alle 157 Passagiere und Besatzung getötet wurden.

Was auffällt ist das Auf und Ab der Geschwindigkeit der Maschinen, wobei beide Maschinen hunderte Meter an Höhe verloren, ein Anzeichen für sehr grosse Probleme.

Beide Maschinen waren nagelneu, die der Lion Air drei Monate und die der Ethiopian Airlines erst vier Monate im Dienst. Beide Piloten hatten viel Flugerfahrung.

Unterbrechung: Gerade während ich diese Zeilen am Freitag um die Mittagszeit schreibe, erreicht mich die neueste Nachricht, eine Boeing 737-800 musste eine Notlandung im Norden Russlands durchführen, diesmal wegen Triebwerksausfall.

Sei’s drum!, zurück zum Absturz der beiden 737 Max 8.

Wie meine Leser wissen, bin ich selber Pilot, besitze alle Lizenzen der FAA für Propellermaschinen, und hatte viele Jahre lang eine zweimotorige Piper Seneca. Bin in Europa, Nordamerika, Afrika und Australien viel herumgeflogen.

Deshalb interessieren mich alle Flugunfälle, und ich meine, kann meinen „Senf“ dazugeben.

Auch ich hatte mal bei einem Langstreckenflug das Problem, dass der Autopilot die Höhe rauf und runter korrigierte, die Maschine wie auf einer Achterbahn sich bewegte.

Die einzige Lösung war, den Autopilot auszuschalten, selber die Steuerung zu übernehmen und manuell weiterfliegen.

Jetzt ist es aber so, bei der 737 Max 8 kann der Pilot den Computer nicht ausschalten, jedenfalls nicht den Teil der Software, der das Abschmieren verhindern soll.

Was also passiert sein kann, der Computer meinte beim Steigflug nach dem Start durch einen defekten Anstellwinkelsensor, die Maschine ist am Abschmieren und drückte deshalb die Nase runter, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Der Pilot merkte aber, das ist falsch und zog die Nase nach oben.

Dann korrigiert der Computer wieder und drück nach unten. Der Pilot machte wieder das Gegenmanöver. Das wiederholt sich mehrmals und die Maschine vollzog diese Achterbahnbewegung, die sich immer grösser aufschaukelte.

Laut Funkaufzeichnung meldete der Pilot der Ethiopian Airlines, er hätte Schwierigkeiten, die Maschine zu kontrollieren, und er verlangte eine sofortige Rückkehr zum Flughafen, die ihm gewährt wurde.

Bei diesem Kampf gegen den Computer und dem Auf und Ab wurde immer mehr an Höhe verloren, die ja sowieso wegen dem kurz davor erfolgten Start niedrig ist, bis es dann zum Aufprall mit dem Boden kam.

Die Absturzstelle von Ethiopian Airlines Flug 302

Ich möchte daran erinnern, dass dieses Problem in der Vergangenheit von Airbus-Piloten auch gemeldet wurde. Es gab Fälle wo Maschinen Tausende Meter steil abwärts stürzten, weil der Computer das fehlerhaft durchführte, und die Piloten nur durch Ausschalten des Computers die Kontrolle wieder erlangten.

Daraus stellt sich die Frage, warum können die Piloten bei der 737 Max 8 diese Abschmierverhinderung des Computers nicht abschalten, wenn er falsche Manöver durchführt?

Die Antwort darauf ist unfassbar. Der Hersteller Boeing sagt, die Piloten einer 737 Max 8 wissen gar nicht, dass es diese Autokorrektur gibt, eine Funktion des „Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS).

Die Beschreibung darüber wurde aus den Flughandbüchern weggelassen, weil laut Boeing ein Pilot „niemals die Wirkung des MCAS sehen sollte“ wenn normal geflogen wird.

Da muss man sich an den Kopf greifen, wenn ich diesen Schwachsinn höre. Boeing hat also die Piloten entmündigt und sagt, der Computer hat immer recht und ihr müsst gar nicht wissen war er macht, ihr dürft auch nicht eingreifen.

Jetzt sieht es aber danach aus, der Computer bekam falsche Signale vom Anstellwinkelsensor und meinte, die Maschine schmiert ab, führte deshalb falsche Manöver aus als vermeintliche Korrektur.

Die Piloten versuchten alles um die Kontrolle zu erlangen, was aber der Computer verhindert hat. Sie hätten nur einen Grossteil der Stromzufuhr abschalten können, um den Computer zu „killen“, was aber andere kritische Funktionen ebenfalls ausgeschaltet hätte.

Jetzt, wo ich das Problem mit dem „verrückt gewordenen“ Autopiloten hatte, musste ich nur den Ausschaltknopf drücken, um wieder Herr der Lage zu werden. Das ist offensichtlich bei den neuesten Flugzeugmodellen nicht mehr möglich, denn die KI (Künstliche Intelligenz) fliegt die Maschine.

Warum machen das die Hersteller? Weil die Airlines das verlangen, um weniger qualifizierte Piloten einstellen zu können, die weniger Flugausbildung benötigen und so billiger sind.

Es geht um Profitabilität im grossen Konkurrenzkampf.

Aber daran sind auch die Kunden schuld, die immer billigere Flüge verlangen. Wie soll es noch einen sicheren Flugbetrieb geben, wenn Flüge nur noch 50 Euro kosten dürfen? Da muss ja massiv an der Sicherheit gespart und automatisiert werden.

Das ist ja generell bei allen Transportmitteln mittlerweile der Trend, sie sollen bald selbständig und autonom ohne Führer, Fahrer, Kapitän und Pilot Menschen transportieren.

Ist ja toll, aber wenn der Computer plötzlich wegen falschem Input „spinnt“ und kein Mensch eingreifen kann, dann ist die Katastrophe da.

Sieht man auch an den immer häufiger passierenden Unfällen mit dem Teslar, die plötzlich beschleunigen und der Fahrer nichts dagegen unternehmen kann.

Dieser Besitzer eines Tesla Model S stürzte mit seinem Fahrzeug in der Nähe einer Supercharger-Station in China am vergangenen Mittwoch in einen Fluss und behauptete, das Fahrzeug sei von selbst beschleunigt worden – in einem weiteren Fall einer unbeabsichtigten Beschleunigung.

Die Teslar-Autos werden vom Computer gefahren und der Mensch soll dabei nur noch zugucken. Scheisse aber, wenn er Mist baut und man nichts dagegen machen kann. In diesem Fall ist den Menschen nichts passiert.

Die Computerisierung und Automatisierung erfolgt auch deshalb, um „menschliche Fehler“ auszuschliessen und den Transport sicherer zu machen. Nur, Computer machen auch Fehler und stürzen ab. Und dann die Software, die niemals fehlerfrei sein kann und alle Szenarien abdeckt.

Der Horror muss sein, wenn „Windoof“ von „Mikroschrott“ ein wichtiges Gerät steuert.

Erinnert mich an den Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ und die Szene: „Sind wir soweit, dass wir unsere neue Software auf den Markt werfen können?“ – „Ja, Sir, und wie gewünscht ist sie voller Macken, so dass die Kunden noch jahrelang nachrüsten müssen.“ – „Ausgezeichnet„.

Alle diese Probleme sind bekannt, auch bei den Flugzeugen. Es wird nur sehr zögerlich was dagegen unternommen. Der Absturz der beiden 737 Max 8 und das weltweite Grounding aller Maschinen dieses Typs, wird den Hersteller Boeing enorm viel Geld kosten, kann sogar zur Pleite führen.

Ein Skandal ist, dass die amerikanische Luftaufsichtsbehörde FAA als letzte reagiert hat. Offensichtlich gibt es eine enge Kollusion zwischen Boeing und dieser Behörde, um die US-Flugzeugindustrie zu schützen. Nur, jetzt ist ein Schuss ins Knie erfolgt, denn das Vertrauen ist weg.

Die Untersuchung des Absturzes in Äthiopien befindet sich noch im Anfangsstadium. Die so genannten Blackboxen mit Sprach- und Flugdaten sind am Donnerstag in Frankreich zur weiteren Analyse eingetroffen.

Warum Frankreich? Weil die äthiopischen Behörden den US-Luftaufsichtsbehörden nicht trauen, eine neutrale Untersuchung durchzuführen. Es wird unterstellt, sie werden Boeing nicht belasten und den Absturz mit „Pilotenfehler“ begründen.

Kriminell ist, dass die FAA es aus Profitgier zugelassen hat, das ein fehlerhafter Sensor, auf dessen Daten der Computer seine Entscheidungen trifft, den Einfluss der Piloten auf die Maschine verhindert. Deshalb sind 346 Menschen gestorben!

UPDATE: Ein „Teil“ wurde in den Trümmer gefunden, das mit dem „Trim“ zu tun hat (senkt oder erhöht die Nase), und es war eingestellt, um die Maschine in einen Sturzflug zu bringen. Dieser Fund hat die FAA überzeugt, alle 737 Max 8 am Boden bleiben zu lassen.

Das bedeutet, ich liege richtig mit meiner oben aufgeführten Erklärung. MCAS hat die Maschine nach unten gedrückt und die Piloten konnten sie nicht hochziehen. Sie hatten das Höhenruder bis zum Anschlag nach hinten gezogen, aber der Computer ignorierte diesen Steuerbefehl und machte das Gegenteil.

Frage: Ist das jetzt „offiziell“ das erste Mal, dass die KI Menschen tötet???

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Ich will Euch noch das hier zeigen. Zwei Frauen, die für Emirates einen Airbus A380 steuern, das grösste in Serienfertigung produzierte zivile Verkehrsflugzeug in der Geschichte der Luftfahrt … RESPEKT!!!

Computer machen es möglich, wenn sie funktionieren.

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: 737 Max 8 Absturz – Kampf Computer gegen Mensch http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2019/03/737-max-8-absturz-kampf-computer-gegen.html#ixzz5iTJsgHXO

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